Küste von Rio de Janeiro
Paraty ist neben Angra dos Reis eine historische Stadt im Bundesstaat Rio de Janeiro. Wann die Gegend das erste Mal besiedelt wurde ist unbekannt, es muss um 1550 gewesen sein. Paraty war das Ende eines Weges von São Paulo durch das Paraíba-Tal im Hochland. Von hier ging es dann auf dem Seeweg weiter nach Portugal.
Die komplette historische Innenstadt ist erhalten, mit weißen Häusern und bunt bemalten Tür- und Fensterrahmen. Die unebenen Kopfsteinstraßen wurden von Sklaven verlegt. Die Stadt ist UNESCO Weltkulturerbe. Geboren und aufgewachsen ist in Paraty die Mutter Thomas Manns, das Haus existiert noch (siehe mehr unter Links). In Paraty findet jährlich ein international renommiertes Literaturfestival statt.
Als Gold und Diamanten im Landesinnern (Bundesstaat Minas Gerais) gefunden wurden, wurde im 17. Jahrhundert eine Straße auf alten Indianerpfaden ins Landesinnere gebaut, mitten durch den Urwald. Diese wurde notwendig, um den Transport der Bodenschätze zur Küste sowie Lebensmittel und Sklaven ins Landesinnere zu ermöglichen. Länge: über 1400 km. Auch sie ist Weltkulturerbe, nur 10 km von Paraty wurde ein Teilstück wieder freigelegt und man kann auf diesem caminho do ouro (Goldweg) gehen.
1728 wurde die direkte Verbindung von Minas Gerais nach Rio de Janeiro fertig und Paraty verlor an Bedeutung. Es gab noch kurze Blütezeiten, als Rio schnell wuchs und der Nahrungsmittelbedarf sehr groß war. Die Region war auch bekannt für ihr Zuckerrohr und damit auch seinen Cachaça (Zuckerrohrschnaps). Später benutzten die Kaffeeplantagenbesitzer Paraty, um ihren Kaffee vom Hochland zu exportieren und Sklaven aus Afrike zu bekommen. Als die Eisenbahstrecke Rio – São Paulo Mitte des 19. Jahrhunderts fertiggestellt war, wurde Paraty wieder vergessen, bis in die 50er Jahre des zwanzigsten Jahrunderts.
Wenn Sie heute die historische Innenstadt besuchen, so werden sie trotz der Touristen die besondere Atmosphäre be,erken und sich ins 18. Jahrundert zurückversetzt fühlen. Kleine Geschäfte, Restaurants und Bars sowie viele Künstlerateliers machen diesen Ort zu etwas Besonderem. Sitzen Sie im Hof eines Restaurants und hören Sie brasilianische Live Musik – oder auf der Vorderseite auf der Straße und beobachten die Menschen. Sie werden es genießen und nie vergessen.
Am Tage können Sie wunderschöne Fahrten mit Schonern unternehmen, sie besuchen traumhafte Strände in der Nähe, Sie können Fische beobachten, zwischen ihnen schwimmen und sich sonnen. Um zu den Liegeplätzen der Schoner zu gelangen, gehen Sie einfach morgens durch die historische Innenstadt zum Hafen.
Es gibt auch einen Strand nahe bei der Stadt, die Schöneren finden Sie jedoch einige Kilometer außerhalb, der Schönste ist Trindade, einst von Ausstiegern (Hippies) entdeckt und heute gerne besucht wegen seiner Lage abseits der Straße Rio – Santos. Kleine Pousadas und Restaurants garantieren einen erholsamen Aufenthalt.
Ebenso existieren in der Nähe Paratys Quilombos, von entflohenen Sklaven gegründete Siedlungen, die man besuchen kann. Sie stehen unter besonderem Schutz der brasilianischen Regierung.

Neben Trilhas (Wanderungen), Schonerfahrten, Besuchem von Stränden und Quilombos können Sie sich Fahrräder ausleihen und damit auf Tour gehen oder Wasserfälle besuchen. Der Bekannteste ist beim caminho do ouro zu finden, der Cachoeira Tobogã, der eine natürliche Rutschbahn bietet.
Und, wenn Sie möchten, so können Sie eine Zweitagestour machen mit Kanu und zu Fuß, mit einer Übernachtung in einer Hütte mitten im Regenwald, wir helfen Ihnen bei der Organisation.
Paraty, fühlen Sie sich um Jahrhunderte zurückversetzt!
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Links zu Paraty
Familie Mann im
Tagespiegel
Spiegel Online

